Artikel
0 Kommentare

Meine Erfahrungen nach Monaten des Tabletunterrichts

Bevor es zu unserem iPad-Raum in diesem Schuljahr kam, habe ich sehr oft die iPads der Schule aus Boxen zu je 11 Tablets eingesetzt. Es war aber lästig, die Boxen in jeder Stunde von A nach B zu bringen, einen Beamer anzuschließen und zu hoffen, dass der Traum, in dem man sich gerade befand, auch gut mit Internet versorgt war.
Ich habe versucht, die Schüler Stück für Stück an das für sie noch neue Medium heranzuführen, denn es ist nicht selbstverständlich, dass junge Menschen, auch wenn sie sich schon im Erwachsenenalter befinden, mit Tablets auskennen. So mussten einige Grundlagen gelegt werden (E-Mail-Verkehr, Sicherung von dauen, Anwendung von gestern, Vertrautmachen mit Office-Apps, etc.). Mein persönliches Highlight bis zu diesem Jahr war der Einsatz von iPads in Lehrproben, in denen innerhalb von Gruppen Videos analysiert wurden.

Heute, wenn ich sehe, wie meine Schüler iPads verwenden, beobachte ich eine Veränderung des Unterrichtens. Es ist nun möglich, dass individueller gearbeitet werden kann. Es ist selbstverständlich für die Lerner, sich zu Beginn des Unterrichts ein iPad zu nehmen, die Arbeitsaufträge digital abzurufen und ggf. jede nach Anforderung alleine, zu zweit oder in kleineren Teams zu arbeiten. Wichtig ist, dass am Ende der Stunde ein Ergebnis zu erkennen ist, das dem Lehrer anhand von Dokumenten oder Lernpaketen (Bestandteil der Moodle-Plattform) „überreicht“ wird, häufig in Form von E-Mails oder kurzen Mitteilungen.

So wie es für die Lehrkraft selbstverständlich ist, das iPad zu Beginn des Unterrichts herauszunehmen, so selbstverständlich ist mittlerweile auch das Handling von Seiten der Schüler. Klar, dass es teilweise auch immer noch zu technischen Ungereimtheiten kommt.

ipad-632394_640

Ich finde es ungeheuer entastend, Stundenergebnisse digital zur Verfügung zu haben und den Fortschritt meiner Schüler orts- und zeitunabhängig zu begutachten. Das, was ich dazu zu sagen habe, erhalten die Schüler auf gleichem Weg.

Mitunter fällt es den Schülern schwer, sich auf die digitale Art des Schreibens einzulassen. Um kreative Schreibprozesse zu ermöglichen, sind m.E. hier eindeutig Grenzen. Aber um z. B. die Lesekompetenz zu trainieren, bitten sich Apps wie GoodReader an, denn mit diesem pdf-Reader ist es möglich zu markieren, zu unterstreichen, Notizen einzufügen usw.

Ein weiterer Aspekt ist das Training von Sprache, sei es das geschriebene oder das gehörte Wort. Man kann z. B. ausgewählte Literatur als Podcast aufzeichnen und somit das Hörverstehen mittels eines Quiz (Socrative Teacher/Socrative Students) abfragen. Die Lerner erhalten unmittelbar nach der Eingabe der Antworten ein Feedback, das dem Lehrer wiederum als Bewertungsgrundlage dient. Darüber hinaus bieten QR-Codes sowie der Einsatz digitaler Zeitungen unendliche Möglichkeiten.

Der Einsatz von Tablets bietet schier grenzenlose Erfahrungsräume, kompetenzorientiert zu unterrichten.

Sascha Meyer

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.